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  MIT Lüneburg - Keine Abkoppelung vom Personenfernverkehr - 5. Gespräche mit Genuss  11.02.2011
 
MIT Lüneburg - Keine Abkoppelung vom Personenfernverkehr - 5. Gespräche mit GenussBereits zum fünften Mal fanden die Gespräche MIT Genuss der Lüneburger MIT statt. Rund 30 Mitglieder und Gäste aus Mittelstand, Wirtschaft und Verwaltung folgten der Einladung der MIT in das Restaurant Zum Heidkrug. Sternekoch Michael Röhm und seine Mannschaft erfreuten die Teilnehmer mit einem genussvollen Menü.

Als besonderer Gast war auf Vermittlung von Leuphana-Professor Dr. Jürgen Deller die im vergangenen Herbst zum DB-Fernverkehr-Personalvorstand ernannte Katharina Heuer (Frankfurt am Main) eingeladen. Sie nahm zuvor im Daimler-Konzern und für die Deutsche Bahn AG verschiedene Aufgaben im Personalbereich wahr. Frau Heuer wurde begleitet von dem seit 1966 bei Bundesbahn und Deutscher Bahn AG in verschiedenen Funktionen tätigen Konzernbevollmächtigten Ingulf Leuschel (Berlin), der u.a. im letzten Herbst für die Bahn an den Schlichtungsgesprächen zu Stuttgart 21 teilnahm.

Nach der Begrüßung durch den MIT-Kreisvorsitzenden Peter Luths leitete Frau Heuer ihre Ausführungen mit der Frage ein, was mit dem Begriff Deutsche Bahn verbunden werde. Nahezu alle Antworten bezogen sich auf den Personenverkehr. In erster Linie werde die Weiße Flotte wahrgenommen. Sie trage im Wesentlichen zum Image der Bahn, aber nur mit einem deutlich geringeren Anteil zum Umsatz bei.

Tatsächlich handele es sich bei der Deutschen Bahn um einen weltweit führenden Mobilitäts- und Logistikkonzern, der auf eine 175 Jahre alte Geschichte zurückblicken kann. Den insgesamt rund 300.000 Arbeitskräften, davon jährlich 2.800 neuen Auszubildenden, werde die Kundenorientierung immer wieder in das Bewusstsein gerufen. Die Deutsche Bahn wandele sich gerade von einer Organisation mit Personalanpassungen während der Sanierung zu einer Organisation im Wachstum, die Personal zu gewinnen und zu entwickeln hat. Der Mitarbeiter werde daher vor allem als Erfolgsfaktor angesehen, betonte Heuer.

Dazu soll jetzt eine größere Diversität, also Vielfalt angestrebt werden. Der Anteil weiblicher Führungskräfte solle auch ohne gesetzliche Vorgaben ebenso ansteigen wie der von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund.

Ingulf Leuschel wies auf einen anderen Wechsel hin: Während die Bahn früher gesetzlich verpflichtet war, wie ein Wirtschaftsunternehmen geführt zu werden, sei sie jetzt gehalten, als Wirtschaftsunternehmen zu agieren. Dazu zähle auch das Erfordernis, nur sinnvolle Investitionen zu tätigen.

Mit konkretem Bezug zur geplanten Y-Trasse neben der BAB 7 und Befürchtungen, Lüneburg könne dadurch vom Personenfernverkehr abgeschnitten werden, zählte er zu diesen Investitionen ausdrücklich auch den vor Jahren erfolgten Ausbau des Bahnhofes Lüneburg mit 400 Metern langen Bahnsteigen an den Gleisen 1 und 2, um auch künftig ICE- und IC-Züge hier halten lassen zu können. Die Bahn habe den Anspruch, sich die etwa 80 Fahrgäste, die pro Halt in Lüneburg zustiegen, nicht entgehen zu lassen. Und auch die jeweils etwa 60 Reisenden, die in Uelzen und Celle hinzukämen, würden künftig mitgenommen. Ausdrücklich betonte er: Eine Abkoppelung Lüneburgs vom Personenfernverkehr wird es nicht geben.

Die Bahn sei nach seiner Einschätzung innerhalb Deutschlands ähnlich schnell wie das Flugzeug, allerdings bequemer, und ähnlich komfortabel wie das Auto, nur kostengünstiger, ökologischer und zuverlässiger als die Teilnahme am Straßenverkehr. Jedenfalls, waren sich die Gäste einig, sei die Leistung besser als das Image.

Langanhaltende und lebhafte Gespräche MIT Genuss folgten.

Die Reihe wird fortgesetzt.

Nach Ende der Fußball-Bundesligasaison wird der Hörgerätehersteller Martin Kind erwartet, der als Vorstandsvorsitzender des Vereins über Hannover 96 - ein Wirtschaftsunternehmen- berichten wird.


Text Foto: 5. Gespräche MIT Genuss der MIT Lüneburg mit Deutsche-Bahn-Managern Katharina Heuer und Ingulf Leuschel.


 

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