 |
 |
 |
|
 |
Aktuelles
 |
 |
|
MIT KV Lingen diskutiert über Fachkräftemangel und besichtigt 3P-Services 01.06.2011 | |
 |
| |
Auf Einladung der MIT im Kreisverband Lingen sprach Personalberater und Dipl.-Kfm. Dennis Dierker, der bei der in Emstek ansässigen Dr. Schwerdtfeger Personalberatung die Region Osnabrück-Emsland betreut, zum Thema Mitarbeitergewinnung und -qualifikation - Notwendiges Übel oder unternehmerische Notwendigkeit?.
Zunächst wies Herr Dierker in seinem Vortrag auf die wirtschaftlich erstklassige Entwicklung des Emslandes in den letzten Jahren hin. Das Emsland sei zusammen mit dem Oldenburger Münsterland DER Wachstumsmotor in Niedersachsen.
Die Ursachen hierfür liegen z.B. in den guten infrastrukturellen Voraussetzungen und den mittelständisch geprägten Strukturen. Das belegen zum einen die weiterhin positive Entwicklung der Zahl der Beschäftigten und zum anderen die sehr niedrigen Arbeitslosenzahlen. Das Emsland liegt hier mit einer Quote von derzeit 4,1Prozent deutlich unter dem Landes- und Bundesdurchschnitt (7,4 bzw. 7,6 Prozent).
Das Thema Fach- und Führungskräftemangel zieht sich seit Jahren wie ein roter Faden durch die Fachpresse. Vor dem Hintergrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise konnte der Eindruck entstehen, diese Gefahr habe sich mittlerweile abgeschwächt. Doch die Wahrnehmung täuscht: Durchlitt Deutschland im Jahr 2009 die schwerste Wirtschaftskrise seit der Gründung der Bundesrepublik mit mehr als einer Million Arbeitnehmern in Kurzarbeit so zieht nun die Konjunktur wieder merklich an und der Mangel an gut ausgebildetem Personal tritt mehr denn je zutage. Aktuellen Berechnungen zufolge entgehen dem deutschen Mittelstand jährlich rund 30 Mrd. € wegen des Fachkräftemangels. Die größten Probleme bei der Neueinstellung gibt es im Bereich der Fertigung bzw. Produktion, denn besonders die technischen Berufsfelder können nicht ausreichend bedient werden. Nach neuesten Zahlen fehlen in Deutschland bereits jetzt knapp 30.000 Ingenieure, was schon heute ein echtes Wachstumshemmnis darstellt und die internationale Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig gefährdet.
Vor diesem Hintergrund widmete sich Herr Dierker zum einen der Frage, was Unternehmen zukünftig tun können, um Top-Bewerber für sich zu gewinnen, und zum anderen, welche Möglichkeiten es gibt, die guten Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden.
Hier müssen sich besonders mittelständische Unternehmen zukünftig verstärkt bemühen, denn sie stehen in der Wahrnehmung der Hochschulabsolventen normalerweise nicht an erster Stelle, weil selbst ein ausgesprochen positives Firmenimage in aller Regel nicht über den regionalen Radius hinausgeht.
Einige Unternehmen im Nordwesten reagieren, indem sie qualifizierten Nachwuchs vor Ort ausbilden und qualifizieren. Doch dies allein kann den Bedarf an Technikern, Ingenieuren oder Betriebswirten in unserem prosperierenden Wirtschaftsraum nicht decken. Zudem ist das Ergebnis unzureichend qualifizierter Personalarbeit, dass es nicht gelingt, passende Bewerber für das Unternehmen zu gewinnen, auch wenn diese am Markt vorhanden sind. Hier ist es notwendig, den internen Prozess der Rekrutierung zu optimieren, um die Außenwirkung eines Unternehmens zu stärken. Die Dr. Schwerdtfeger Personalberatung empfiehlt gerade Firmen im ländlichen Gebiet, sich diesbezüglich positiv von der Menge der vermeintlich attraktiveren Arbeitgeber aus Ballungszentren abzuheben. In diesem Zusammenhang sei es ebenfalls wichtig, so Dierker, die in ländlichen Regionen im Vergleich zu den Ballungsräumen niedrigeren Gehälter auch entsprechend zu transportieren und deutlich zu machen, dass diese immer in Relation zu den hiesigen, niedrigeren Lebenshaltungskosten und der Lebensqualität insbesondere der Familienphase gesehen werden müssen.
Um dem steigenden Wettbewerbsdruck auch in Zukunft standhalten zu können, müssen sich die Firmen verstärkt um eine professionelle Personalarbeit bemühen, Verantwortung im Rahmen der Aus- und Weiterbildung übernehmen und potenziellen Kandidaten entsprechende Anreize bieten. Dabei müssen sich Unternehmen ebenfalls darauf einstellen, dass auch die Bruttolöhne ab 2012 ansteigen werden.
Der Personalberater wies in seinem Vortrag ebenfalls daraufhin, dass eine wachsende Wertschätzung der Generation 50plus ebenso erforderlich ist wie eine steigende Erwerbspartizipation von Frauen, die sicher durch Maßnahmen der Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort erreicht werden können, denn sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Weiterhin ist die interne Weiterbildung ein sehr beliebtes Mittel gegen den Fachkräftemangel, das von vielen Mittelständlern in der Region genutzt wird. Dies trägt zum einen zur Bindung vorhandener Mitarbeiter bei, wird aber auch zukünftig immer wichtiger im Rahmen der Mitarbeitergewinnung. Herr Dierker machte deutlich, dass es zukünftig gerade in mittelständischen Unternehmen darum gehen wird, diese vorhandenen Angebote in ein ganzheitliches Personalentwicklungskonzept einzupassen und über die reine Weiterbildung hinausgehende Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten. Denn durch die Vermittlung weiterer Kompetenzen auf dem Gebiet der Führung oder im Sozialverhalten schaffen es die Unternehmen, die Potenziale ihrer Mitarbeiter zu entwickeln, ihre Zufriedenheit dadurch zu steigern und sie so auch langfristig an das Unternehmen zu binden.
In diesem Zusammenhang wies der Personalberater auch auf die steigende Bedeutung der Lohnersatz- bzw. Zusatzleistungen hin, die von vielen Mitarbeitern sehr positiv wahrgenommen werden und den Arbeitgeber nicht einmal finanziell belasten müssen. Als gutes Beispiel nannte Herr Dierker hier die Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung, die ein lohnendes Modell für Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein kann.
Als weiterer wichtiger Faktor professioneller Personalarbeit stand die steigende Bedeutung des Employer Branding auf der Agenda. Ziel muss es hier sein, ein unverwechselbares Bild des Unternehmens als attraktiver Arbeitgeber aufzubauen, um so stärker in den Fokus qualifizierter Bewerber zu rücken und die Ausgangssituation in der Personalbeschaffung nachhaltig zu verbessern. Im Zuge dessen verwies Herr Dierker auch auf die Chancen im Rahmen der kommunalen Wirtschaftsförderung, wo bereits viele Unternehmen den Dialog untereinander suchen, um Wissen, Ideen und Erfahrungen zu bündeln und dadurch Synergien zu erzielen. Dazu gehöre auch die gemeinsame Intensivierung der Kontakte zu Wirtschaft und Verwaltung, um den direkten Kontakt zu den potenziellen Bewerbern herzustellen.
Abschließend kam noch die Frage auf, inwiefern sich Arbeitgeber zukünftig in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Xing positionieren sollten. Der Personalberater verwies an dieser Stelle darauf, dass sich viele potenzielle Kandidaten dort präsentieren und somit die Unternehmen sicherlich die Chance haben, sich aktiv passende Bewerber zu suchen und anzusprechen. Das gesamte Thema Social Media steckt sicher noch in den Kinderschuhen, so Dierker, wird aber in Zukunft ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Außendarstellung des Unternehmens sein.
Insgesamt, so das Fazit des Personalberaters, sollten gerade im ländlichen Raum auch neue, unkonventionelle Wege in der Personalarbeit beschritten werden, um in Zukunft im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte bestehen zu können.
Die Dr. Schwerdtfeger Personalberatung unterstützt vor allem mittelständische Unternehmen im Nordwesten Deutschlands bei der Auswahl von Fachexperten und Führungskräften, deren Eigenschaften und Qualifikation optimal zu der ausgeschriebenen Position passen. Mit der individuellen Vorgehensweise und fachlichen Kompetenz gelingt es dem Team im Hause Schwerdtfeger, Mitarbeiter zu finden, die sich mit der hiesigen Kultur und dem Unternehmen selbst in jeder Hinsicht identifizieren. Ergänzt wird das Leistungsspektrum durch das Angebot der Personalentwicklung, wo das Hauptaugenmerk auf der Ausbildung bestehender Potenzialträger liegt. Diese Nachwuchskräfte werden mit Hilfe eines Potenzialanalyseverfahrens identifiziert. Anschließend wird speziell für diese Personen unter Berücksichtigung der Unternehmensziele ein Konzept entwickelt, worauf aufbauend einzelne Maßnahmen in Zusammenarbeit mit erfahrenen Trainern durchgeführt werden. Somit erhalten die Unternehmen eine sinnvolle Unterstützung in der Findung und Bindung motivierter und loyaler Mitarbeiter.
Im Anschluss folgte eine kurze Vorstellung des Unternehmens durch Dr. Rainer Schmidt, den GF von 3P Services.
3P Services wurde 1992 gegründet mit dem genauen Plan, spezifische Dienstleistungen für die Erdöl- und Erdgasindustrie zu entwickeln und anzubieten. Zentraler Punkt aller Aktivitäten ist die Inspektion von Pipelines vorrangig auf mechanische Verformungen und Materialverlust, vor allem Korrosion. Dazu hat 3P Services richtungweisende Entwicklungen im Bereich der intelligenten Molche hervorgebracht.
Trotz seiner geringen Größe (mit heute 70 Mitarbeitern) ist 3P Services in aller Regel direkter Auftragnehmer der internationalen und nationalen Öl- und Gaskonzerne. Die In-line inspection (ILI) kommt bei der Förderung von Öl und Gas, dem Transport, im Raffineriebereich so wie der Verteilung der Fertigprodukte zum Einsatz. Der Umsatz von 3P zeigt seit mehr als 10 Jahren eine typische Verteilung: weniger als 10 Prozent in Deutschland, ca. 40 Prozent im europäischen Ausland und 50 Prozent in der Welt.
Heute ist 3P Services mit weltweiten Service-Leistungen etabliert als der internationale Spezialist für die Prüfung von solchen Pipelines, die eigentlich gar nicht so ausgelegt sind, dass man Inspektionsmolche darin fahren kann. Typisch sind spezielle Anwendungen für komplizierte Leitungsdimensionen und -situationen, in denen keine Standard-Geräte eingesetzt werden können. Grundsätzlich gilt bei 3P das Konzept besser den Molch an die Leitung anpassen als umgekehrt. Nach diesem Rezept und mit einem hoch motivierten Team hat 3P Services eine lange Liste von erfolgreichen Pipeline-Inspektionen absolviert und dabei etliche Industrie-Neuheiten eingeführt.
So hat 3P Services umfangreiche Erfahrung in Leitungen gesammelt mit verschiedenen Durchmessern, besonders engen Bögen und verschiedenen Innenauskleidungen, u.a. mit Zement. Eine herausragende 3P-Spezialität ist die Inspektion von Pipelines für das Be- und -entladen von Tankern, die typischerweise nur an Land zu erreichen sind und seeseitig einfach auf dem Meeresboden enden. Für solche Prüfungen hat 3P Services schon vor mehr als 10 Jahren sog. bidirektionale Molche entwickelt und eingesetzt.
3P-Gerät auf der Baustelle
3P Services bietet seinen Mitarbeitern außerordentlich abwechslungsreiche Tätigkeiten mit einer Bandbreite von der Elektronik-, Sensorik- und Mechanik-Entwicklung sowie den Bau und die Erprobung der komplexen Messmolche am Lingener Hauptsitz des Unternehmens. Dazu kommt in der Kundenbetreuung und der Service-Ausführung hochinteressante weltweite Reisetätigkeit. Das führt den 3P Mitarbeiter schon mal von Hawaii nach Hong Kong oder von Südafrika nach Japan, um nur einige Projekt-Standorte zu nennen.
Im Anschluss gab es einen Rundgang über den Firmensitz der 3P Services in Lingen-Brögbern. Die Besucher zeigten sich beeindruckt von der umfangreichen Geräteflotte, die noch den Duft der großen weiten Welt verströmt.
Foto (v.l.n.r.): Martin Reker (MIT), Dennis Dierker (Dr. Schwerdtfeger Personalberatung) und Dr. Rainer Schmidt (3P Services)
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
Zurück zur Liste
|
 |
|
|  |