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MIT Holzminden - Gibt es ein kommunales Klima für den Mittelstand? 18.01.2010 | |
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Die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigungen (MIT) der CDU im Kreis Holzminden und der Stadt Höxter (NRW) starten eine Befragung unter einigen Hundert Unternehmen der Region.
Ziel der Initiatoren ist es zum einen herauszufinden, wie die Firmen auf die Herausforderungen der gegenwärtigen Wirtschaftslage reagieren, wie sie ihre Absatzmärkte sichern und damit auch die bestehenden Arbeitsplätze. Zum anderen, welche Impulse von kommunalen Einrichtungen ausgehen, um das wirtschaftliche Umfeld in dieser Region zu stabilisieren.
Der Mittelstand arbeitet überwiegend auf lokalen und regionalen Märkten. Kleine und mittlere Unternehmen versorgen die Bevölkerung vor Ort mit notwendigen Produkten, Gütern und Dienstleistungen. Sie schaffen Ausbildungs- und Arbeitsplätze und finanzieren mit ihren Steuern und Abgaben gleichzeitig die kommunale Daseinsvorsorge. Mittelständische Unternehmen sind mit dieser Region und den hier lebenden Menschen persönlich verbunden. Sie fühlen sich dem Gemeinwohl verpflichtet. Das soziale, politische und kulturelle Engagement gehört zum unternehmerischen Selbstverständnis des Mittelstandes betonte der Vorsitzende vom MIT Stadtverband Höxter, Holger Sielemann, im Rahmen eines Pressegesprächs.
In Deutschland gebe es rund 3,2 Millionen Mittelstandsbetriebe, wovon über 95 Prozent familiengeführt seien, erläuterte der Vorsitzender der MIT Kreis Holzminden, Dr. Rolf Deipenwisch (Foto). Diese Unternehmen stellen fast 70 Prozent der Arbeitsplätze und über 80 Prozent der Ausbildungsplätze. Insofern benötige der Mittelstand eine funktionierende kommunale Infrastruktur mit guten Straßen und Verkehrsverbindungen, bezahlbaren Gewerbeflächen sowie leistungsfähigen Schulen, Berufsschulen und Hochschulen. Dazu gehöre auch eine bürgerfreundliche Verwaltung mit kompetenten Ansprechpartnern für die Unternehmer, mit dem kontinuierlichen Abbau bürokratischer Hemmnisse für Betriebserweiterungen oder Neugründungen und nicht zuletzt mit der fristgerechten Bezahlung von Rechnungen.
Dr. Rolf Deipenwisch mahnte angemessene Hebesätze für die Gewerbesteuer an und Kosten sparende Reformen der Verwaltungen gerade auch im Hinblick auf die angestrebte Zusammenlegung von Samtgemeinden und Landkreisen.
Wichtig ist natürlich auch die Berücksichtung des hiesigen Mittelstands bei den Ausschreibungen der Kommunen sowie unternehmensrelevante Einzellose bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, forderte Holger Sielemann.
Ziel der Umfrage bei den Unternehmen sei es herauszufinden, ob es ein kommunales Klima pro Mittelstand gebe, betonten beide Vorsitzende. Denn nur wenn Unternehmen und Kommunen gemeinsam attraktive wirtschafts-, finanz- und sozialpolitisch Voraussetzungen schafften, könne diese Wirtschaftsregion die Herausforderungen der Zukunft meistern: Durch den Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, durch die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen und die nachhaltige Produktion von Gütern und Dienstleistungen.
Die Ergebnisse der Umfrage sollen Anfang April dieses Jahres veröffentlicht und gemeinsam mit allen Betroffenen analysiert werden. Es werde sicherlich Bereiche geben, in denen Unternehmen und Kommunen gut zusammenarbeiten, erläuterte Dr. Deipenwisch. Und dort, wo Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden, wolle man gemeinsam nach Lösungen suchen.
Mit Blick etwa auf den demografischen Wandel, den zunehmenden Wettbewerb der Regionen in Südniedersachsen und Ostwestfalen, der Überschuldung der Kommunen und der restriktiven Vergabe von Krediten seitens der Geldinstitute lohne sich eine Bestandsaufnahme der gegenwärtigen Leistungsfähigkeit, meinten Dr. Deipenwisch und Sielemann. Wir brauchen die Kommunen und die Kommunen brauchen uns. Gemeinsam wollen wir die Chance nutzen, unsere Region zukunftsfähig zu gestalten.
Copyright Foto: Andreas A. Sobotta
Text: Der Kreisvorsitzende der MIT Holzminden, Dr. Rolf Deipenwisch
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