Am Freitagvormittag füllte sich der Kursaal am Kliff schnell. Wer sich aus der MIT kannte, blieb zur Begrüßung stehen. Andere waren nach Wenningstedt gekommen, weil sie Dieter Lange live hören wollten, Karla Borger aus dem Sport kannten oder sich gerade selbst mit der Nachfolge im eigenen Betrieb beschäftigten. Im Laufe des Tages kamen so Menschen ins Gespräch, die sich bei einer Veranstaltung der MIT sonst vielleicht nie begegnet wären.
Was ist Dein Rio?
Eine der persönlichsten Geschichten des Tages erzählte die Beachvolleyballerin Karla Borger. Sie sprach über ihren Weg zu den Olympischen Spielen in Rio und darüber, was es bedeutet, an einem Ziel festzuhalten, wenn der Weg dorthin schwierig wird. Ihr emotionaler Vortrag mündete in eine Frage, die weit über den Sport hinausging: „Was ist Dein Rio?“
Akzeptiere, was ist.
Wie bleibt man erfolgreich, wenn sich die Bedingungen verändern, unter denen man bisher erfolgreich war? Mit dieser Frage eröffnete Dieter Lange seinen Vortrag. Seine Antwort setzte bei der Akzeptanz an: „Akzeptiere, was ist.“ Wer die Lage so annimmt, wie sie ist, kann auch die eigene Sicht darauf hinterfragen. Welchen Erwartungen möchte ich gerecht werden? Und welche davon sind eigentlich meine eigenen? Für Lange entsteht Erfolg, wenn man seiner eigenen Berufung folgt. Am Ende griff er die Frage vom Anfang wieder auf. Dazwischen hatte er den Gästen einen anderen Blick darauf eröffnet, woran sie ihren Erfolg messen.
Thorsten „Pistole“ Pistol erzählte seine eigene Unternehmergeschichte. Und Scarlett Matheja sprach über die Machtfrage der Unternehmensnachfolge. Wer gibt Verantwortung ab? Wer darf künftig entscheiden? Gerade in Familienunternehmen können solche Fragen lange im Raum stehen, bevor sie offen ausgesprochen werden.
In der Runde über Gründung und Nachfolge im Norden trafen zwei Perspektiven aufeinander. Wer einen Betrieb aufbaut, muss Entscheidungen oft zum ersten Mal treffen. Wer seinen Betrieb übergibt, muss irgendwann zulassen, dass jemand anderes sie trifft. Auf Sylt saßen beide im selben Saal. In den Pausen war Zeit, die Gespräche von der Bühne im kleineren Kreis fortzusetzen.
Ein Abend für Jürgen Gosch
Beim Unternehmerabend stand ein Mann im Mittelpunkt, dessen Name weit über Sylt hinaus bekannt ist. Die MIT ehrte Jürgen Gosch für sein Lebenswerk. Die Bundesvorsitzende Gitta Connemann hielt die Laudatio und überreichte ihm persönlich die Auszeichnung.
Die Ehrung passte zu diesem Ort. Auf Sylt nahm die Unternehmergeschichte ihren Anfang, für die Gosch an diesem Abend ausgezeichnet wurde. Und nach einem Tag, an dem es immer wieder um Entscheidungen, Veränderung und den eigenen Weg ging, stand zum Abschluss einer auf der Bühne, der seinen Weg auf dieser Insel gemacht hat.
Die Resonanz auf die Premiere zeigte sich für die MIT Nordverbände auch darin, wer im Publikum saß. Manche Gäste hatten bis zur Einladung noch nie von der MIT gehört. Sie kamen wegen eines Vortrags, aus Interesse an einem Thema oder weil sie den Unternehmertag mit einem Besuch auf Sylt verbinden wollten. Im Kursaal lernten sie die MIT so kennen, wie man einen Verband am besten kennenlernt: im Gespräch mit den Menschen, die ihn vor Ort mit Leben füllen.
