Holger Bormann: „Erste positive Signale reichen nicht aus. Deutschland braucht einen wirtschaftspolitischen Befreiungsschlag.“
Hannover, 13. Juli 2026. Der aktuelle Konjunkturbrief der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) zeigt: Die deutsche Wirtschaft sendet erste positive Signale, doch von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein. Die MIT Niedersachsen sieht die Bundesregierung deshalb in der Pflicht, den eingeschlagenen Reformkurs konsequent fortzusetzen und den Mittelstand dauerhaft zu entlasten.
„Die Richtung stimmt, aber das Tempo reicht noch nicht aus“, erklärt der Landesvorsitzende der MIT Niedersachsen, Holger Bormann. „Mehr Aufträge, steigende Exporte und eine wieder anziehende Gründungsdynamik sind gute Nachrichten. Gleichzeitig leiden viele Betriebe weiterhin unter Bürokratie, hohen Energiepreisen, steigenden Sozialabgaben und hohen Arbeitskosten. Genau dort muss die Politik jetzt ansetzen.“
Der Konjunkturbrief zeigt ein gemischtes Bild: Die Industrie erhält wieder mehr Aufträge, die Auftragsbücher sind voller als noch vor einem Jahr und auch der Wohnungsbau entwickelt sich leicht positiv. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Dynamik schwach. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen liegt weiterhin über dem Vorjahresniveau und vier von zehn kleinen und mittleren Unternehmen berichten inzwischen von Problemen bei der Kreditaufnahme – ein neuer Höchststand.
Besonders alarmierend ist aus Sicht der MIT Niedersachsen, dass 80 Prozent der mittelständischen Industrieunternehmen ihre wirtschaftliche Lage lediglich als „befriedigend“ oder schlechter bewerten. Viele Unternehmen verschieben Investitionen, weil sie keine verlässlichen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erkennen.
Positiv bewertet die MIT Niedersachsen die deutlich gestiegene Zahl an Unternehmensgründungen. Bereits im ersten Halbjahr 2026 wurden mehr Start-ups gegründet als im gesamten Jahr 2024. Dies zeige, dass unternehmerischer Mut weiterhin vorhanden sei. Nun müsse die Politik dafür sorgen, dass aus Gründungen auch dauerhaft erfolgreiche Unternehmen entstehen.
Die MIT Niedersachsen fordert deshalb, die angekündigten wirtschaftspolitischen Reformen nach der Sommerpause entschlossen fortzuführen. Dazu gehören insbesondere ein konsequenter Bürokratieabbau, niedrigere Unternehmensbelastungen, wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungsverfahren sowie bessere Finanzierungsmöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen.
„Der Mittelstand ist bereit zu investieren und Verantwortung zu übernehmen“, betont Bormann. „Jetzt braucht er endlich die politischen Rahmenbedingungen, die Wachstum ermöglichen, statt es auszubremsen.“
