Die MIT Göttingen fordert eine grundlegende Modernisierung und Flexibilisierung des deutschen Arbeitsrechts. Dabei soll auf den Fachkräftemangel und die veränderte Arbeitswelt reagiert werden.
Insbesondere fordert die MIT eine Abkehr von festen Tagesgrenzen und eine Umstellung vom starren 8-Stunden-Tag mit einer flexiblen Wochenarbeitszeit. Als nicht mehr zeitgemäß in einer digitalen und globalisierten Wirtschaft bezeichnet der Kreisvorsitzende der MIT Göttingen, MdL Christian Frölich, deshalb die starren täglichen Höchstarbeitszeiten.
Zudem fordert Frölich eine Umsetzung der EU-Richtlinien und die Spielräume der europäischen Arbeitszeitrichtlinie maximal auszuschöpfen. Arbeitnehmer sollten ihre Arbeitszeit autonomer einteilen können, allerdings müsse dabei der gesetzliche wöchentliche Rahmen gewahrt bleiben, so Frölich weiter.
In der Diskussion geht es auch um Teilzeitansprüche: hier hat die MIT-Dachorganisation bereits schärfere Töne angeschlagen, um dem Arbeitskräftemangel entgegenzuwirken. Dabei wird eine restriktivere Ausgestaltung des gesetzlichen Teilzeitanspruchs gefordert, was vor allem bei den Gewerkschaften für kontroverse Diskussionen sorgt.
Die MIT Göttingen plädiert ferner für einen Vorstoß bei der Vertrauensarbeitszeit. Im Mittelpunkt dürfe nicht eine minutengenaue Zeiterfassung, sondern eine Erledigung der Aufgaben sowie der Vertrauensarbeitszeit stehen, wie Frölich weiter bekräftigt. „Hierdurch wird Bürokratie abgebaut und das eigenverantwortliche Arbeiten gestärkt“, so der MIT-Kreisvorsitzende.
Der MIT-Kreisverband Göttingen kritisiert den bekannt gewordenen Entwurf aus dem Bundesarbeitsministerium zur Reform des Arbeitszeitgesetzes insgesamt. Der bleibe deutlich hinter den Vereinbarungen des Koalitionsvertrags zurück. Frölich erklärt dazu: „Der Entwurf aus dem Hause Bas ist nicht akzeptabel. Er macht aus dem klaren Versprechen moderner Arbeitszeiten ein enges Modell für wenige. Wer die Wochenhöchstarbeitszeit auf tarifgebundene Bereiche beschränkt, lässt Millionen Beschäftigte und große Teile des Mittelstands außen vor.“
Und: vor allem kleine und mittlere Betriebe sind in der Praxis auf taugliche Arbeitszeitregeln angewiesen. Flexible Arbeitszeiten helfen, Auftragsspitzen abzufangen, Fachkräfte zu halten und Beschäftigung zu sichern. Sie liegen nicht nur im Interesse der Unternehmen, sondern auch vieler Beschäftigter, die Beruf, Familie und private Verpflichtungen besser miteinander vereinbaren wollen.
