Im Winter sah es noch so aus, als könnte der Wirtschaftsmotor allmählich in Gang kommen. Bis März legte das BIP kräftiger zu als zunächst erwartet. Im Mittelstand stieg der Umsatz zaghaft, die Auftragsbücher füllten sich etwas. Nicht zuletzt blieb die Arbeitslosigkeit stabil. Doch im Frühling sind viele Wachstumshoffnungen an der Straße von Hormus zerschellt.
Die mit den Energiepreisen steigt die Inflation, Lieferketten kommen unter Druck, in der Industrie steigt die Materialknappheit sprunghaft. Die ohnehin hohen Löhne sind binnen Jahresfrist um 6,5 Prozent gestiegen. Spitzenwerte erreichen auch die Insolvenzen – seit 20 Jahren gab es nicht mehr so viele wie im ersten Quartal 2026.
Die Gründe für die Abwärtsspirale sind aber nicht nur geopolitischer Natur. Beispiel Steuerbelastung: Die stieg in Deutschland im vergangenen Jahr auf den zweithöchsten Wert unter allen Industrieländern. Die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Deutschland geht zurück. Im Ergebnis bleibt die Stimmung im Mittelstand schlecht und stürzt seit dem Iran-Konflikt regelrecht ab. Die Investitionsbereitschaft von KMU ist niedrig und jedes zehnte Unternehmen will die Belegschaft verkleinern, so viele wie seit 2009 nicht mehr. Die Regierung ist gefordert, den Wirtschaftsmotor rasch instand zu setzen. Steuern und Bürokratie müssen gesenkt, Energie und Arbeit müssen günstiger
werden.
