Der Stadtverband der MIT Laatzen informierte sich am 09.04. über die zahlreichen Themen und Produkte rund um das Abdichten über unterschiedliche Kunststoffe bei der traditionsreichen Firma HANNO Werk in Laatzen, OT Gleidingen.
Der Vorsitzende der MIT Laatzen Dr. David Novak begrüßte die Interessierten auf dem Werksgelände in Laatzen mit dem Dank, dass die MIT zu den wenigen gehört, denen auch Produktionsteile gezeigt werden, die der normalen Öffentlichkeit aus Gründen der betrieblichen Geheimhaltung nicht zugänglich sind. Als Verantwortlicher für den Rundgang stand der Geschäftsführer Herr Volker Brock über zweieinhalb Stunden Rede und Antwort. Besondere Gäste waren diverse Kandidaten für die kommende Kommunalwahl wozu u.a. zählten: Dr. Oliver Junk (Regionspräsidentenamt), Silke Schönecke (Bürgermeisterkandidatin) und Gundhild Fiedler-Dreyer (Regionsabgeordnete).
Heute ist die Fa. HANNO Werk einer der weltweit führenden Hersteller von unterschiedlichsten Bändern und PU-Schäumen für die Abdichtungen maßgeblich im Bereich Fenster (Baubranche) aber auch im Automobilbau. Das Unternehmen bietet hierfür sämtliche Technologien in Form von Produkten und technischen Lösungen an. HANNO Werk beschäftigt ca. 200 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte national, EU-weit und in ausgewählte Märkte wie die USA.
Die HANNO Werk GmbH ist ein Mittelständler wie er sein sollte. Seit ca. 100 Jahren in Laatzen beheimatet, gehören die Firmenanteile nur wenigen Familien, die zu ihrem Unternehmen fest stehen, was sich sowohl bei Entscheidungen mit kurzen Entscheidungswegen, als auch bei der sicheren Finanzierung größerer Projekte zeigt, wo man lieber von den Banken unabhängig bleiben will.
Geschäftsführer Brock wies ausführlich auf die zahlreichen Herausforderungen hin, die die unzähligen politischen und juristischen Forderungen aus Brüssel und Berlin mit sich bringen, die Abläufe unnötig erschweren und damit automatisch verteuern und auch gleichzeitig verlangsamen. Hinzu kommen Forderungen, die in dieser Form, zumal für Mittelständler mit nur einer limitierten Anzahl von Mitarbeitern, so kaum oder gar nicht umsetzbar sind. Diese zusätzlichen und letztlich unnötigen Kosten reduzieren dann automatisch die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Firmen im weltweiten Wettbewerb.
Für die Aufgaben der Zukunft sieht HANNO Werk weiterhin gute Chancen unter der Maßgabe, dass diverse Forderungen der EU (bspw. das Lieferkettengesetz) in der aktuellen Form massiv abgeschwächt, oder sogar komplett gestrichen werden.
Gruppen-Foto: stehend v.l.n.r.: Dr. D. Novak, Dr. O. Junk, G. Fiedler-Dreyer, E. Kastens, D.v. Eickstedt, V. Brock; sitzend v.l.n.r.: D. Schönecke, A. Brockmöller.

Herausforderungen für Mittelständler: Konkrete Beispiele aus der Praxis
Im Rahmen des Besuchs schilderte Geschäftsführer Volker Brock anschaulich, mit welchen bürokratischen Hürden ein Mittelständler wie HANNO Werk im Alltag konfrontiert ist:
- Baugenehmigung: Mindestens 15 Monate Wartezeit — für die gleiche Halle auf einem eigenen, bereits bebauten Grundstück.
- Brandschutzvorgaben: 3 Änderungen binnen 4 Jahren — für Büros, wo es noch nie gebrannt hat.
- EU-Entwaldungsverordnung (EUDR): Dokumentationspflichten zur Herkunft von Rohstoffen, auch wenn kein direkter Bezug zur Entwaldung besteht.
- EU-Verpackungsverordnung: Verbindliche Anforderungen an Rezyklate, Wiederverwendbarkeit, Kompostierbarkeit und Kennzeichnung — für jede einzelne Verpackung.
- Gelangensbestätigung: Aufwendiger Nachweis, dass eine Ware tatsächlich in einem anderen EU-Mitgliedstaat angekommen ist, um die Umsatzsteuerbefreiung zu erhalten.
- PV-Anschlussgenehmigung: Anlage im Januar 2025 fertiggestellt, Anträge rechtzeitig gestellt — aber erst nach 3 Monaten Verspätung und Intervention der lokalen Wirtschaftsförderung ans Netz gegangen.
- Stromförderung bei über 1 Mio. kWh/Jahr: Drittnutzer wie Kaffee- und Snackautomaten müssen mit eigenen Stromzählern separat erfasst und aus der Beantragung abgezogen werden. Früher pauschal, heute dezidiert — viel Zusatzarbeit für wenig Geld.
- Entgelt-Transparenz-Gesetz: Zusätzlicher Verwaltungsaufwand zur Dokumentation gleicher Entlohnung.
- Lieferkettengesetz: Sorgfaltspflichten über die gesamte Lieferkette — von der Rohstoffgewinnung bis zum Endkunden — sind für Mittelständler mit begrenzter Mitarbeiterzahl kaum umsetzbar.
