2026: Jahr der Entscheidungen

Datum des Artikels 05.01.2026

Neujahrsempfang der MIT-Cuxhaven

Eine Herausforderung und ein „Jahr der Entscheidung“: So wurden die bevorstehenden zwölf Monate auf dem traditionellen Neujahrsempfang der Mittelstands- und Wirtschaftsunion der MIT-Cuxhaven beschrieben. Bei der Veranstaltung im Cuxhavener Schloss Ritzebüttel begrüßte der MIT-Kreisvorsitzende Dr. Dirk Timmermann am Sonntag, 4.1.2026 zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und öffentlichem Leben. Als Hauptredner sprach der Europaabgeordnete David McAllister.

McAllister: „Die Welt wird gefährlicher“, konstatierte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments. Investitionen in ein europäisches Sicherheitskonzept seien deshalb unerlässlich. Auch innerhalb der NATO müsse Europa mehr Verantwortung tragen: „Im Zweifelsfall müssen wir uns ohne Unterstützung der USA verteidigen können.“ David McAllister möchte die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Mitgliedsländer stärken. Es gehe dabei auch um das Regelwerk des gemeinsamen Binnenmarktes. Als erster Kontinent klimaneutral zu sein, sei ein wichtiges Ziel. Der „Green Deal“ müsse jedoch praxistauglicher werden. Beim Thema Migrationspolitik erinnerte McAllister an den Bedarf an ausländischen Fachkräften und sprach sich gleichzeitig für Europas humanitäre Verantwortung aus. „Die ungesteuerte Migration nach Europa muss beendet werden“, betonte der Europaabgeordnete.

Was das Jahr 2026 für Cuxhaven bedeutet, legte nachfolgend der CDU-Kreis- und Bezirksvorsitzende Enak Ferlemann dar. Ferlemann sprach von Expansionsbestrebungen der Firma Siemens und von der Notwendigkeit, einen Standortwettbewerb in dieser Frage für Cuxhaven zu entscheiden. Er verwies darüber hinaus auf die wachsende Bedeutung des Marinefliegerkommandos und die Reaktivierung des Bundeswehrstützpunktes Altenwalde. Auch die zivile Hafenanbindung entwickle sich positiv, betonte der Christdemokrat und verwies auf Pläne für ein Industriegebiet ringsum.

Zur Situation vor Ort berichtete der Gastgeber des Empfangs, Dr. Dirk Timmermann. Die Bedeutung privatwirtschaftlichen Engagements, unter anderem für den Hafenbau, hob er hervor. Unverständlich ist aus seiner Sicht, dass die Stimme der heimischen Wirtschaft nicht genügend Berücksichtigung findet. Exemplarisch nannte er die fehlende Unterstützung für die Deichstraße und die Altenwalder Chaussee. Auf letztgenannter solle der Verkehr „entschleunigt“ werden, obwohl es die Haupteinfahrstraße nach Cuxhaven ist.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß berichtete von den umgesetzten Wahlkampfversprechungen: Vom reduzierten Mehrwertsteuersatz für Speisen in der Gastronomie und der Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückerstattung. Der Landtagsabgeordnete Claus Seebeck kritisierte, dass die rot-grüne Landesregierung Mittel aus einem Sondervermögen des Bundes „komplett verplant“ habe, anstatt die Kommunen das Geld dort einsetzen zu lassen, wo sie es brauchen.