Krieg in Europa – Was muss der Mittelstand jetzt tun

Datum des Artikels 24.02.2026

Heute, am 24.02.2026 - vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine – stand das 15. MITtagsgespräch der Mittelstands- und Wirtschaftsunion in Niedersachsen unter einem eindringlichen Motto: „Krieg in Europa – Was muss der Mittelstand jetzt tun?“

Lena Düpont, MdEP und innenpolitische Sprecherin der EVP-Fraktion, stellte eine scheinbar einfache, aber zentrale Frage:

„Welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Unternehmen engagieren sich bei Feuerwehr, THW oder als Reservisten bei der Bundeswehr?“

Denn im Ernstfall fehlen genau diese Menschen – genauso wie Pflegekräfte, Lkw-Fahrer, Beschäftigte in der Fleischwirtschaft oder Erntehelfer. Allein rund 300.000 Saisonarbeitskräfte aus osteuropäischen Staaten unterstützen jedes Jahr unsere Landwirtschaft. Was passiert, wenn sie nicht kommen können?

Sicherheit bedeutet auch:
- Personal-Resilienz mitdenken
- ⁠Vertretungs- und Notfallpläne entwickeln
- ⁠kritische Funktionen im Unternehmen identifizieren

Wir haben zudem über die Verwundbarkeit unserer Infrastruktur gesprochen:
Tägliche Angriffe auf Systeme, Störungen bei der Bahn, die Frage der Energieversorgung. Wie schnell wären wir wirklich handlungsfähig – etwa nach einem größeren Stromausfall? Selbst der Vorfall in Berlin, der nur sehr wenige Haushalte betraf, zeigte, wie sensibel unsere Systeme sind.

Oberst i.G. Schaus richtete den Blick auf unsere Verteidigungsfähigkeit aber auch auf das Ernährungssystem und die strategische Versorgungssicherheit.

Darüber hinaus standen globale Lieferketten im Fokus. Viele Vorprodukte kommen aus dem Ausland. Diversifizierung und strategische Vorratshaltung sind keine theoretischen Debatten mehr, sondern unternehmerische Pflichtaufgaben.

Am Ende geht es um eine zentrale Frage: „Wie sichern wir die Aufrechterhaltung von Normalität im Krisenfall?“

Der Mittelstand ist Rückgrat unserer Wirtschaft und Teil der Sicherheitsarchitektur unseres Landes. Resilienz beginnt nicht erst im Verteidigungsministerium, sondern in unseren Betrieben.

Vielen Dank für die offenen, ehrlichen Impulse und die klare Analyse.

Jetzt liegt es an uns, die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bild: Oberst i.G. Schauss